BaliLiebe: Abenteuer “Scootern”

 

 

Der Scooter ist auf einem Bali Trip ein muss!
…auch wenn man noch nie mit einem Roller gefahren ist, kommt man nicht wirklich drum herum einen zu mieten. Mit dem Auto kommt man auf Bali nicht vorwärts.Beispielsweise dauert die Fahrt zum Flughafen von Canggu mit dem Auto  1,5-2h und mit dem Scooter nur 45 Minuten. Letztendlich, ist es auch ein riesen Spaß mit so einem Ding die Insel zu erkunden.

Wir haben unser Gefährt bei einem der zahlreichen Scooter Verleiher in der näheren Umgebung ausgeliehen. In den Touristen Zentren: Kuta, Seminiak und Canggu ist der Roller Verleih ein gängiges Geschäftsmodell und somit gibt es viele Anbieter. Es ist ratsam seine Connection „direkt um die Ecke“ zu haben, falls etwas mit dem Roller nicht stimmt! Das Öl mal gecheckt werden sollte, oder die Bremsen quietschen. Wir waren mit unserem Roller von „Family-Rental“ in Canggu (Jalan pantai berawa no 26) sehr zufrieden. Hier geht’s zu deren Facebook Seite. (https://www.facebook.com/dechovials/)

Überlegt euch vorab wie lange ihr den Scooter wirklich braucht. Der Tagespreis ist im Vergleich zum Wochenpreis sehr viel höher. Mit etwas Verhandlungsgeschick zahlt man als Monatspreis genauso viel, als wenn ihr 2 Wochen lang alle 2 Tage verlängert. Grundsätzlich sind die 3-4 Euro pro Tag ja auch keine große Investition. Bei Family Rentals gibt es 125ccm und 150 ccm Scooter – , wobei ich letzteren empfehlen möchte. Gerade wenn man zu zweit im Sattel sitzt ist es doch gut wenn man beim Überholen noch etwas Schub in Reserve hat. Bitte holt euch nicht diese aufgemotzten Motorräder mit ultra-lautem Auspuff. Abgesehen davon, das diese eine manuelle Schaltung haben, (und bei dem Verkehr möchte man nicht auch noch das Schalten lernen) nerven diese unfassbar lauten Geräte jeden Verkehrsteilnehmer und jeden, der sich bis zu 50 m entfernt von der Straße aufhält.

Beim Ausleihen solltet ihr darauf achten, ob die Versicherung und Zulassung nicht abgelaufen ist und ihr einen Helm mit Visier bekommt. Bei einer Regenfahrt perlen die Regentropfen nicht von der Sonnenbrille ab. Achtet darauf, dass die Spiegel fest angebaut sind, die Bremsen einwandfrei funktionieren, Profil auf den Reifen ist, der Motor gut startet und das Licht funktioniert. Am Besten guckt ihr nach größeren Schrammen. Ist ein Scooter noch nicht hingefallen, ist die Chance größer, dass er recht neu ist und keine Teile beschädigt oder angebrochen sind. Für Surfer sollte der gut gepolsterte Surfboardhalter nicht fehlen. Nehmt euch ruhig Zeit für den Check da dieses Gerät einen großen Anteil dazu beträgt, ob Ihr unverletzt durch den Bali Urlaub kommt. Fällt euch während der ersten paar Fahrten was unangenehm auf, scheut euch nicht den Scooter bei eurem Verleiher in einen Intakten umzutauschen.

Für das Ausleihen brauchten wir keinen Führerschein. Diesen zu prüfen ist Sache der Polizei, was sie bei Touristen angeblich auch gerne macht. Wir hatten nur abgelaufene internationale Führerscheine und unseren deutschen Führerschein dabei. Allerdings für den Fall der Fälle immer umgerechnet 5 Euro in kleinen Scheinen im Wallet, um bei einer Kontrolle nicht ganz so viel „Tipp“ bezahlen zu müssen. Sieht die Polizei erst mal die großen Scheine sind sie wohl auch schnell weg. Wir sind nur einmal am Hafeneingang vor unserer Überfahrt nach Nusa Penida von der Polizei kontrolliert worden und hier war die Versicherung vorrangig. (Wir haben so lange nach unserem Führerschein gekramt, dass wir dann doch ohne vorzeigen weiterfahren konnten.) Übrigens: Der deutsche Führerschein wird von der lokalen Polizei nicht akzeptiert.

Das Benzin kostet nicht viel auf Bali. Mit nem 1€ kommt ihr je nach Fahrweise mehrere Stunden voran und es gibt an jeder Ecke eine Kurbelbude wie A_FEW_DAYS_OFF , die lokalen Tankstellen so schön genannt hat. (folgt Ihm auf Insta – er macht perverse Bilder und lebt dort für die nächste Zeit)

Als nächstes die Navigation:
Am Besten ist es wenn der man sich eine lokalen 4G Internetkarte fürs Handy holt und mit Handy navigiert. Hierzu braucht ihr entweder einen Beifahrer oder unser Saugnapf-Pad (hier in unserem Shop) um das Handy auf den Tacho zu „kleben“. Einhändig fahren, oder andauerndes Anhalten sind keine langfristige Lösungen die Spaß macht. Merkt euch wo ihr hergekommen seid bzw. wohnt und checkt ob das Navi den Weg auch findet. Wir haben immer einen großen Club in der Nähe als Rückfahrt- Ziel eingegeben.

Nun zum Verkehr!
An das links fahren gewöhnt man sich rasch, vor allem da permanent andere Roller auf der Straße sind und somit immer jemand vorfährt, der einen daran erinnert welche Straßenseite die richtige ist. Ich habe locker 3 Tage gebraucht um mich an das „Getümmel“ auf den Straßen zu gewöhnen. Überholt wird links wie rechts, da wo halt gerade Platz ist. Vor Ampeln schlängelt man sich rechts oder links, –auch gerne mal auf dem Bürgersteig, an den Autos vorbei nach vorne. Ich habe versucht nicht zu schnell zu fahren, da immer mal jemand unerwartet auf die Straße fuhr oder hier und da mal eine Spurrille das Gleichgewicht stört.

 

 

 

Insgesamt waren die Straßen aber in einem guten Zustand. Gegen den Staub braucht man unbedingt ein Visier oder eine Sonnenbrille. Das grobe Verkehrs Konzept besteht daraus, den Vordermann genau im Auge zu behalten und ihm auszuweichen falls er irgendwem oder Etwas ausweicht. Ich habe immer spaßeshalber gesagt, dass hier das Verkehr- Konzept aus Nötigung besteht. Es wird gerne mal in den Gegenverkehr hinein überholt, der dann auszuweichen, oder zu bremsen hat. Also haltet eure Finger immer an beiden Bremsen. Nebenbei: Wenn Ihr den Gas-Griff greift, greift ihn so, dass ihr zum Gas geben das Handgelenk nach unten drücken müsst. Wenn ihr zu weit vorne ansetzt, zieht die Beschleunigung den Griff an dem ihr euch dann ja festhaltet nach hinten, und ihr gebt noch mehr Gas.

Lernt schnell wie ihr mit dem Daumen die Hupe drückt, da diese ein überlebenswichtiges Kommunikationsmittel ist. Ich habe anfangs jedes Überholmanöver und jedes Abbiegen in eine nicht einsehbare Straße, mit einem Hupen angesagt. Haltet die Ohren auf: Es kommt nicht selten vor, dass Ihr abbiegen möchtet und euch jemand hupend 20-30 Km/h schneller überholt.
…und verlasst euch nicht darauf, dass ein Blinker wirklich beachtet wird. Checkt beim Abbiegen, oder anhalten den Verkehr im Spiegel, und durch einen Schulterblick. Oft merkt man nicht, dass der Blinker beim Fahren durchblinkt und deswegen wird dieser nur sekundär beachtet. Wollt Ihr abbiegen, oder die Straßenseite wechseln, fahrt rechtzeitig mit Blinker (ggf. auch Handzeichen) in die Mitte der Straße und haltet langsam an. Bloß nicht an den linken Straßenrand fahren und dann beide Straßen überqueren. Anschießend müsst ihr euch Zentimeter für Zentimeter zu der anderen Straßenseite vorpirschen bis sich ein kleines Schlupfloch im Gegenverkehr ergibt.Die Rollerfahrer des Gegenverkehrs werden so lange, knapp vor dir vorbeifahren, bis es ihnen zu eng wird und sie anhalten „müssen“. Scheut euch also nicht, den Gegenverkehr zum Anhalten zu „nötigen“. Ihr werdet schnell sehen wie die Locals es machen.

Durch die hohe Beschleunigung des Scooter, ist man dann ja auch schnell abgebogen. Der Augenkontakt mit dem anhaltenden Gegenverkehr sichert den Abbiegevorgang dann entsprechend ab. Die Autofahrer fahren abseits des Highways grundsätzlich sehr langsam und achten sehr darauf, dass Ihnen keine Rollerfaher in die Quere kommen. Sie sind es gewöhnt, dass an den Kreuzungen, T-Straßen noch schnell 5-10 Roller vor Ihnen „vorbeihuschen“, und dass sie rechts wie links überholt werden.

Es ist ein wesentlicher Unterschied ob Ihr allein, oder zu zweit auf dem Roller sitzt. Also sollten die ersten Fahrversuche nicht mit Beifahrer getätigt werden. Legt Eure Sachen nicht lose in Fächer und bindet euren Rucksack an, damit nichts rausfällt, oder (was sehr selten ist) von jemand anderem „rausgefallen wird“. Wir haben uns in den ersten 2 Tagen ein Fahrrad geliehen um uns an den Verkehr zu gewöhnen. Wirklich Sinn macht das aber nicht, da ihr wesentlich sicherer, auch langsam mit dem Roller am Straßenrand üben könnt um erst mal klar zu kommen. Wie gesagt: Der große Unterschied ist, dass man in Bali permanent auf den vor sich liegenden Verkehr achtet und so werden langsame Fahrer rechtzeitig wahrgenommen. Ich will nicht sagen, dass Scooter fahren in Bali ein leichtes ist, aber mit einem verantwortungsvollen zurückhaltenden Fahrstil und vorausschauendem Fahren kommt man sicher von A nach B. Man muss sich schon sehr konzentrieren, also fahrt nicht betrunken, nicht schnell und fahrt lieber einmal mehr links ran, als waghalsig die Straßen zu kreuzen. Ein kleiner Tipp: Wenn Ihr nicht wisst wie die Verkehrsführung ist, oder ihr nicht zum rechtsabbiegen kommt, last einfach einen Local vorfahren, der den Verkehr für euch stoppt. Fahrt sozusagen in seinem Schatten und haltet euch dicht an seiner Seite.

Wir haben in den 4 Wochen nur einen Unfall mitbekommen. Trotzdem der Verkehr in den Städten wesentlich ungeordneter erscheint, ereignete sich dieser auf dem Land. Ein Auto hat auf einer Serpentine einen Bus in der Kurve überholt, der Roller im Gegenverkehr musste ausweichen. Leider befand sich am äußeren Rand der Straße ein kleiner 5cm hoher Absatz. Der Rollerfahre ist dagegen gefahren so das er das Gleichgewicht verlor und in den Graben viel. Wir haben direkt angehalten um zu helfen, aber die Leute die 20 Meter entfernt im Schatten gechillt haben waren schneller. Als erstes wurde der Sattel aufgeklappt um die Papiere des Unfallopfers (ihm ist bis auf ein paar Schrammen nichts passiert) zu checken. Hier „muss“ die Zulassung, Fahrzeugversicherung, aber vor allem der Nachweis zur Krankenversicherung für die Unfallhelfer zu finden sein. Solltet Ihr bewusstlos ins Krankenhaus gebracht werden und es liegt kein Nachweis zur Versicherung vor werden ledigilich die Blutungen kurz gestillt. Ihr werdet erst mal und bis auf weiteres auf dem Flur „gelagert“. Ich schätze einfach mal, dass es nicht schadet, das im Falle eines Unfalls unter der Sattelklappe ein bisschen Geld zu finden ist. – Zumal eine kleine Geld-Reserve immer ratsam ist falls man sein Wallet verliert.

Insgesamt bin ich nach 2 Wochen Cruiserei sehr sicher geworden und bin wie ich zumindest finde, eher wie ein Local daher geheizt. Ich habe mich gut in den Verkehr und die ungewohnte Fahrweise eingefunden und habe mich nicht mehr allzu unsicher gefühlt. Ein guter Freund sagte mir, es macht tierisch Spaß auf Bali Roller zu fahren, und er könne nicht genau sagen ob Surfen, oder Roller fahren die größte Freude für ihn waren. So wirklich konnte ich das aber nicht fühlen…


(Picture by Christopher Wesselovsky)

 

Trotz mega cooler Landfahrten, den schnellbeschleunigten Überholmanövern (sind einfach geil schnell diese Scooter) und dem nahezu lustigen Vorschlängeln an Ampeln war bei all dem Spaß der Respekt immer zugegen.Im nachhinein überlege ich, ob ich mir in Deutschland jetzt auch einen Scooter für die Stadt zulege: Es ist ein Mords-geiles Gefühl mit den Dingern zu heizen und praktisch sind sie ja auch hier.

In dem Sinne – viel Spaß beim Scootern auf Bali
Euer Scooter Pilot Frank und Navigator Nine

…und checkt in den unseren Saugnapfaufkleber:
Sie machen nicht nur für das Handy Sinn. Mit dem Aufkleber (von 3m) könnt ihr beispielsweise auch euren Bulli-Aschenbecher, oder eure LED Lampen versehen damit ihr diese auf dem Camping-Tisch “wind-fest”, oder der Karosserie “kratzfrei” befestigen könnt. Hier gehts in unseren Shop.

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